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Ostseeküste: TMS-Törns

27. Juni bis 3. Juli 2008 – Rügenumrundung in 7 Tagen, 193 km

Erstmals unternahmen vier Mitglieder des Wannseer-Kanu-Club (Udo, Marco, Louis und Wolfgang) eine gemeinsame Ostseetour. Per Seekajak sollte es um die schöne Insel Rügen gehen. Vor dem Start wurde ausführlich über die Dauer, die möglichen Etappenziele, die Ausrüstung und auch über die notwendige Ernährung während der anstrengenden Paddeltour gesprochen.

Am Samstag reisten wir per PKW, auf dem Dach die Kajaks, an und bekamen zum Start vom CP Stahlbrode gleich einen Wetterwechsel mit Regen und Wind um bft. 4-5 vorgesetzt. Es ging, mit einer Pause, immer entlang der Südostküste (Glewitzer Fähre, Halbinsel Zudar an der Insel Vilm vorbei bis Gross Stressow, über ca. 35 km. Wegen des schlechten Wetters konnten wir unser eigentliches Ziel, den "Surfercampingplatz Thiessow" nicht mehr erreichen.

 

Die Nacht war kurz, der Schlaf tief und der Start in der ungewohnt hohen Brandung sehr naß! Mittags schlotterten wir vier durchnässt, bei Starkwind und Dauerregen in der Küche des Surferplatzes, tranken warmen Tee und wechselten die Kleidung. In Richtung Göhren besserten sich die Wetterverhältnisse zum Guten. Die Stimmung hob sich, wir konnten wieder scherzen. An den schönen Seebädern Baabe, Sellin und Binz vorbei, mit Pause und Einkauf, ging es in Richtung Nachtlager im Zelt.

Der nächste Morgen brachte Sonne und die Stimmung wurde immer besser, so dass wir vor der Jasmundumrundung noch in Sassnitz anlandenten und hervorragend zu Mittag aßen. Im vorgeschriebenen Abstand zur Küste sahen wir die mit Recht berühmten, tausende Mal fotografierten und auch von Caspar David Friedrich gemalten Kreidefelsen und genossen den Anblick aus vollen Zügen.

Beim Paddeln machten sich erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Ja, wir sind sonst auch nicht täglich über 30 km und dazu noch auf dem Meer unterwegs! Der einladende Yachthafen von Lohme bot uns abends Schutz und Gelegenheit zur Übernachtung. Marco, der mit der Familie genau hier schon öfters im Urlaub war, führte uns in ein beachtenswertes Restaurant oberhalb der steilen Holztreppe zum eigentlichen Ort. Dort überraschte uns die außerordentlich gute Qualität des Angebots (Bärlauchsuppe, Selower Kräuterschwein, ...). Au weh, der nächste Morgen war so windig bft. 5-6 angesagt, dass wir nicht starten konnten und beschlossen, den Tag über zu den nahen Kreidefelsen zu wandern und erst abends weiterzupaddeln. Der Wind war dann aber auch noch nach 18.00 h so stark, dass wir uns erst nach ausgiebiger Diskussion zur Weiterfahrt entschließen konnten. Für die kommenden nur 11 km bis Glowe brauchten wir bei hohen Wellen fast 3 Stunden. Alle waren anschließend froh, Boden unter den Füßen zu haben, aber auch ein bisschen Stolz auf die sportliche Leistung.

Der kommende Tag führte uns an Juliusruh vorbei zum schönen Fischerdorf Vitt, das trotz auffällig hoher Besucherfrequenz sehenswert ist und guten Räucherfisch bietet. Das anschließende Kap Arkona, konnten wir bei gutem Wetter umpaddeln und erstmals aus der Meeresperspektive sehen. Einige Kilometer weiter landeten wir bei Brandung am sehr langen und schönen Sandstrand bei Nonnevitz, wo uns die Wasserrettung beim Tragen der Kajaks auf den Strand, gleich zur Seite stand. Vorbei an Dranske, mit Pause noch vor dem Naturschutzgebiet, ging es bei strahlendem Sonnenschein und mäßigen Wind, zum Mittagessen nach Schaprode (Fisch, Fisch, Fisch,...lecker!). Mit vollem Bauch ging es anschließend weiter nach Suhrendorf zum CP, wo Louis uns einen Minigolfkurs anbot. Abends besprachen wir den weiteren Verlauf der Tour, die uns am Morgen bei bft. 3 über den ca. 7 km breiten Kubitzer Bodden führte.

Eigentlich wollten wir im Kanu-Club Stralsund übernachten. Da der Wetterbericht aber nichts Gutes vorhersagte (bft über 6 !) und der Wind schon mittags zunahm, beschlossen wir die Weiterfahrt noch am gleichen Tag bis zum Ziel in Stahlbrode. Gleich hinter dem Dänholm, nach der Durchfahrt des Rügendamms, erwischte uns der zunehmende Wind voll und begleitete uns noch zunehmend die kommenden Stunden bis ins Ziel! Um die Strecke überhaupt noch paddeln zu können, mussten wir sogar die Strecke (mit einer Querung nach Rügen) verlängern, um nicht dauern bei Seitenwind paddeln zu müssen, was wir sicherlich nicht augehalten hätten.

Es hat sich gezeigt, dass für die erfolgreiche Umrundung nicht allein die paddlerische Leistung und Erfahrung ausgereicht hätte. Bei den überwiegend widrigen Wetterbedingungen, an 4 Tagen Wind von bft. 4-5 teiw. 5+, bis zu 1,5 m hohen Wellen, lange Strecken bis 37 km/Tag bei starken Gegen- und Seitenwind, brauchten wir auch eine innere Ausgeglichenheit, Selbstvertrauen, körperliche und psychische Kraft und den Willen ans Ziel zu kommen.

Kein Teilnehmer war während der Paddeltour in Not. Niemand ist gekenntert. Wir haben alle dazugelernt.
Mit besten Grüßen
Berlin Outside Kajaks - Kurse - Touren - Vermietung
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Buchungen sind nur mit schriftlicher Anmeldung möglich !
Kajakstation: Heckeshorn "Flensburger Löwe"
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