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Für den Sommer war ein Törn nach Helsinki geplant, da es für unseren Skipper Walter und seinen Freund, Bootsmann Arthur, ein Jubiläumstörn (25 Jahre gemeinsames Segeln) war. Es wurde bei Haff Charter Ueckermünde eine „Hanse 400“ gechartert. Am Abend wurde ich am Elbe-km 322 abgeholt und um ca. 01.00 Uhr sind wir in der Lagunenstadt von Ueckermünde angekommen. Dort erwarteten uns bereits noch drei Crewmitglieder und nach einem Willkommensdrink ging es in die Kojen.
Da ein Crew-Mitglied nach einer Woche in Helsinki von Bord gehen wollte, stand fest, dass wir in den ersten Tagen viele Meilen schaffen mussten. Also waren Nachtfahrten angesagt. Wir segelten von Ueckermünde über das Stettiner Haff und fuhren dann mit Maschine durch den Kaiserkanal bis Swinemünde. Dort mussten wir uns bei der Grenzkontrolle abmelden und um 19.00 Uhr wurden die Segel gesetzt bei westlichen Winden um 3. Im Morgendunst des nächsten Tages segelten wir an Bornholm vorbei und wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es in dieser Nacht für gut drei Wochen das letzte Mal richtig geregnet hatte.
Am nächsten Morgen segelten wir durch den Kalmarsund, steuerbords lag Öland und machten das nächste Mal in Visby auf Gotland fest, eine wunderschöne alte Festungsstadt, die komplett unter Denkmalsschutz steht. Von dort aus nahmen wir Kurs auf Helsinki. Doch leider stieg 200 sm vor Helsinki die Bordelektronik aus und nach kurzer Beratung mit der Crew entschied der Skipper, den Kurs nach Stockholm zu ändern. Wir waren natürlich alle damit einverstanden. Das Problem war aber, dass wir keine Schärenkarten an Bord hatten. So tasteten wir uns langsam durch die Schären, denn viele Felsen liegen auch kurz unter der Wasseroberfläche, so dass alle sehr wachsam sein mussten.
Um 15.30 Uhr legten wir im Vasa-Hafen von Stockholm an. Ein Besuch des Vasa-Museums war ebenso Pflicht wie eine Stadtrundfahrt am offenen Oberdeck eines Doppelstockbusses. Am 5. Juni ist Nationalfeiertag in Schweden. Auf allen Straßen und Plätzen waren Veranstaltungen mit Life-Bands, Gauklern und Tanzgruppen in historischen Kostümen. Wir hatten den Eindruck, alle Einwohner Stockholms waren unterwegs.
In Stockholm stiegen drei Crew-Mitglieder aus und nachdem unser Elektrikschaden nun endgültig behoben war, traten wir zu Dritt den Rückweg an. Es ging durch den Mälaren-See und jeden Abend durch die wunderschönen Schären in einen anderen Hafen. In jedem Hafen, selbst im kleinsten Fischereihafen, gab es sehr saubere Sanitäranlagen, was uns immer wieder begeistert hat.
Wir kamen wieder an Gotland vorbei und legten auf Öland in zwei Häfen an. Von dort ging es wieder durch den Kalmarsund nach Utklippan, eine romantische Ansammlung von kleinen Felsen mit einem sehr wichtigen Leuchtturm und einem kleinen betonierten Hafenbecken, eigentlich ein Nothafen. Wenn man aber sieht, wie abends der Hafenmeister, der dort im Sommer lebt, mit seiner Fröhlichkeit und seiner schicken Uniform zum Abkassieren des Hafengeldes erscheint, dann ist das eine Institution, die man erlebt haben muss. Am nächsten Tag ging es dann über „Bornholmsgat“, eine der am dichtesten befahrenen Seeschifffahrtsstraßen der Ostsee, zu den „Erbsen-Inseln“ Christiansö und Frederiksö nordöstlich von Bornholm. Nach einem Inselrundgang und Einkauf von mehreren kleinen Eimern „Ruths-Hering“, eine Spezialität auf Christiansö, segelten wir auf der Kreuz 21 sm nach Svanecke auf Bornholm. Am nächsten Tag Ablegen bei 1-2 Windstärken. An der Südspitze vor dem herrlichen weißen Badestrand von Dueodde bekamen wir plötzlich Wind und beschlossen, direkt Kurs auf Rügen zu nehmen.
Um 1.30 Uhr machten wir in Lohme die Leinen fest. Von Lohme ging es über Sassnitz und Wolgast zurück nach Ueckermünde, wo wir nach 20 Tagen um 19.10 Uhr in der Lagunenstadt die Leinen zum letzten Mal festmachten.
Fazit: Ziel nicht erreicht, aber das kann man sich ja noch einmal vornehmen – und sicher wieder mit einem sehr gut ausgestatteten Schiff von Haff-Charter-Ueckermünde.