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Eine Woche auf dem Wasser – entlang der Dahme und der Spree
Berlin und Brandenburg von der Wasserseite aus entdecken:
Viel ist schon darüber geschrieben worden. Jetzt wollen wir es von Bord unseres gemütlichen Hausbootes eine Woche lang selbst erleben. Zeuthen, der Ausgangspunkt unseres Bootsurlaubes südlich von Berlin, empfängt uns am frühen Nachmittag mit bedecktem Himmel und nicht gerade hochsommerlichen Temperaturen. Im Bootshaus Zeuthen werden wir freundlich begrüßt. Unser „Goldfisch“ schaukelt friedlich zwischen den Leinen am Steg. Wir entladen unseren doch reichlich vollen Kombi und bringen Gepäck und Verpflegung an Bord. Dann erfolgen die Einweisung in die Bedienung des gut elf Meter langen Kormoran 1100 S der Firma Kuhnle-Tours und die Übergabe durch den Technikleiter. Der „Goldfisch“ ist jetzt für eine Woche unser Urlaubsdomizil. Eigentlich wollten wir erst am nächsten Morgen unseren Törn starten, aber „Klärchen“ lugt plötzlich in voller Schönheit durch die immer spärlicher werdenden Wolken. Also „Leinen los“ und Ablegen in Richtung Norden nach Berlin-Köpenick. Über den Zeuthener See, den Langen See, vorbei an der Regatta-Strecke Grünau, erreichen wir nach etwa 90 Minuten das Schloss Köpenick. Weiter fahren wir dann steuerbords in die Müggelspree, vorbei am Wassersportzentrum Berlin, der Altberliner Brauerei und über den Großen Müggelsee in Richtung Müggelspree – Klein Venedig. Wunderschöne Uferzonen mit gepflegten Grundstücken empfangen uns. Unsere Nasen werden von verführerischen Grilldüften umgarnt. Samstag – Grillzeit in Berlin. Über den Dämeritzsee, den Gosener Kanal, den Seddinsee geht es nun in die Spree Oder-Wasserstraße. Kurz vor der Schleuse Wernsdorf biegen wir ab in den Krossinsee, gelangen in den Großen Zug und erreichen nach insgesamt über vier Stunden Fahrt wieder das Bootshaus Zeuthen. Auch das Anlegemanöver gelingt und wir genießen bei einem „Absacker“ unseren doch noch schönen Juniabend an Bord. Sonntag – jetzt wollen wir Mädels und Jungs von der Waterkant (Margit, Gisela, Klaus und Wolfgang, alle aus Rostock an der Ostsee) Berlin erobern. Nach dem Frühstück legen wir wieder ab in Richtung Norden, nach Berlin-City. Vorbei an Köpenick, Treptow – Insel der Jugend, den „Treptowers“, erreichen wir gegen Mittag die Oberbaumbrücke, ein beliebtes Fotomotiv.
Nach kurzer Rast am „Speicher“ geht es durch die Mühlendammschleuse direkt in die City. Wir passieren das Nikolai-Viertel, den Reichstag, die Regierungsgebäude und fahren dann backbords in den Landwehrkanal. Hier wird es eng durch regen Schiffsverkehr, besonders durch die Schiffe der Personenschifffahrt. Außerdem müssen wir die Brückenhöhen beachten. Grünes Licht haben wir an der Unterschleuse und können hinter einem „Ausflugsdampfer” direkt durch die Schleuse. Weiter geht es auf dem Landwehrkanal vorbei am Technikmuseum entlang zur Oberschleuse. Auch hier müssen wir nicht lange warten und biegen dann in Richtung Süden in die Spree ein. Vorbei an Treptow, Köpenick erreichen wir am Abend den Postsportverein
Köpenick. Hier zeigt uns das Symbol „Gelbe Welle“, dass Gastlieger willkommen sind. Es lohnt sich hier festzumachen. Am Montagvormittag verlassen wir den Postsportverein und steuern unser neues Tagesziel, die Teupitzer Gewässer an. Unsere Fahrt geht die Dahme in südlicher Richtung entlang, wieder über den Langen See, den Zeuthener See, den Sellenzugsee und den Möllenzugsee. An Steuerbord und Backbord sehen wir die Uferzonen von Schmöckwitz, Eichwalde, Zeuthen, Wildau, Niederlehme, unterqueren die Autobahnbrücke der A 10 und erreichen die sanierte Schleuse Neue Mühle. Nach einer kurzen Wartezeit bekommen wir Grünes Licht und setzen nach der Schleusung unsere Reise über den Krimnicksee in den Krüpelsee fort. Einen Mittagsstopp legen wir im Yachthafen Senzig ein und machen einen Abstecher in den Zernstorfer Lankensee. Weiter geht es die Dahme entlang. Wir passieren Bindow und Gussow und fahren in den Dolgensee. Hier folgen wir dem betonnten Fahrwasser, da der See stellenweise sehr flach ist. Vorbei an Prieros geht die Fahrt in die Teupitzer Gewässer. Zuerst überqueren wir den Schmöldesee, den Hölzernen See, den Kleinen Köriser See, gelangen durch den Moddergraben in den Kleinen Moddersee. Mittlerweile ist es schon später Nachmittag und wir beschließen hier vor Anker zu gehen. Ganz im Gegenteil zu seinem Namen lädt der See zum Baden ein. Es gibt kein Halten mehr. Am Abend bekommen wir noch einen wunderschönen, glutroten Sonnenuntergang zu sehen. In der Dämmerung gesellen sich noch einige Angler zu uns auf den See.
Am sonnigen Dienstagvormittag verlassen wir unseren idyllischen Ankerplatz und machen uns auf den Weg in Richtung Hafen Teupitz. Über den Großen Moddersee ist wieder Tonnenstrich zu fahren. Die Hubbrücke zwischen Großem Moddersee und Schulzensee wird zur vollen Stunde von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Durch die schmale Durchfahrt manöverieren wir sicher, nur die Übergabe der Gebühr per Kescher gelingt nicht so richtig. Aber auf der Rückfahrt können wir dies nochmal üben! Weiter führt uns unser Weg über den Zemminsee in den Schweriner See. Der Wind frischt auf und die Fahrt über den Teupitzer See macht jetzt so richtig Spaß. Wir nehmen die Route an der westlichen Seite des Sees und umrunden an der Südspitze die Insel Egsdorfer Horst. Mit starkem Wind von Achtern legen wir mit Hilfe des Hafenmeisters an. (Bei der Umfahrung der Insel und bei der Einfahrt in den Hafen sollte auf mögliche Sandbänke geachtet werden). Den Nachmittag nutzen wir zu einem ausgiebigen Spaziergang durch den Ort und in die Umgebung. Neben uns liegt inzwischen eine Pedro-Yacht. Mit Günther und Dieter, zwei agilen älteren Herren, kommen wir ins Gespräch und erfahren, dass Günther allein, später ab Berlin mit Dieter, aus dem Ruhrgebiet gestartet und bis hier schon über zwei Wochen unterwegs sind. Am Abend sitzen wir gemeinsam bei einer Flasche Rotwein (oder waren es doch mehr?).
Am Mittwochvormittag ist der Himmel wolkenverhangen. Trotzdem gehen wir gutgelaunt unser neues Tagesziel – die Storkower Gewässer bis zum Scharmützelsee – an. Wir müssen wieder zurück bis Prieros, um über den Langen See in die Storkower Gewässer zu gelangen. Nach einer Stunde Fahrt passieren wir routiniert die Hubbrücke bei Groß Köris. Die Geldübergabe gelingt optimal und der Kescher entführt unseren Obolus. Am späten Vormittag fahren wir durch Prieros in den Langen See. Vorbei an Blossin steuern wir über den Wolziger See in den Storkower Kanal. Die Schleuse Kummersdorf erreichen wir kurz nach dem Mittag. Nach der Schleusung begegnet uns ein Boot der Wasserschutzpolizei. Freundliche Grüsse werden ausgetauscht. An Philadelphia vorbei kommen wir zur Storkower Schleuse. Im Anschluss an die neue automatische Selbstbedienungsschleuse muss eine Hubbrücke passiert werden, die auch durch Selbstbedienung aktiviert wird. Zwischen Schleuse und Hubbrücke sind nur wenige Warteplätze. (Vorsicht bei längeren Wartezeiten vor der Hubbrücke). Nach über einer halben Stunde Wartezeit an der Hubbrücke (Busverkehr) können wir weiter und erreichen den Großen Storkower See. Die Selbstbedienungsschleuse in Wendisch Rietz passieren wir gegen 16 Uhr und gelangen mit Regen in den Scharmützelsee. Die Fahrt geht in nördlicher Richtung nach Bad Saarow. Vorbei an den Orten Diensdorf und Pieskow machen wir die Leinen in der Marina Freilichtbühne in Bad Saarow fest. Das Wetter meint es wieder gut mit uns. Der Wind hat nachgelassen und die Sonne „lacht“. Hier treffen wir auch Günther und Dieter wieder. Ein interessanter Bummel durch Bad Saarow beendet diesen Tag.
Am nächsten Morgen hat sich das Wetter wieder verschlechtert und wir beginnen unsere Fahrt am späten Vormittag zurück über den Scharmützelsee, schleusen uns wieder selbst in der automatischen Schleuse Wendisch Rietz und überqueren den Großen Storkower See in Richtung Storkow. Hier erleben wir nun vor der Hubbrücke, dass die Technik auch so Ihre Probleme haben kann. Das Display vor der Brücke zeigt eine Störung an. Wir machen am Warteplatz fest und harren der Dinge. Da wir das einzige Boot sind, können wir uns auch nicht mit anderenFreizeitkapitänen darüber austauschen. Nach über einer halben Stunde wieder Regung am Display – die Störung wird behoben. Es dauert noch eine Weile und dann erscheint die Aufforderung zum Betätigen des blauen Schalthebels. Wir können die Brücke passieren. Die Tore der anschließenden automatischen Schleuse in Storkow sind offen, doch die Lichtsignalanzeige leuchtet rot. Wir liegen in Warteposition und betätigen, da keine Veränderungen am Display erscheinen, wiederum den blauen Schalthebel und siehe, wir bekommen grünes Licht. Die Welt der Technik und der Computer ist doch wunderbar. Ein lauschiges Liegeplätzchen finden wir am Wasserwanderrastplatz in Philadelphia. Hier zaubern unsere Mädels ein Menü a la Fünf Sterne Hotel und wir beschließen am idyllischen Anleger zu bleiben. Ein länger andauerndes Gewitter verkürzt unseren Landgang. Das Gewitter zieht ab und wir nutzen den schönen Sonnenabend zum Erkunden des in frühreren Zeiten angelegten Treidelwegs.
Letzter Tag: Wir genießen die erwachende Natur. Nach einem ausgiebigen Frühstück setzen wir unsere Reise mit Kurs Heimathafen, dem Bootshaus Zeuthen, fort. Unser Weg führt uns erneut durch den Storkower Kanal, die Schleuse Kummersdorf, den Wolziger See, den Langen See nach Prieros. Von hier aus geht es weiter die Dahme entlang, über den Dolgensee, den Krüpelsee zur Schleuse Neue Mühle. Nach einem kleinen Plausch mit dem Schleusenwärter erreichen wir am Nachmittag bei mittlerweile herrlichem Wetter unser Ziel. Nach dem Anlegen wird „klar Schiff“ hergestellt und wir beenden unseren Bootsurlaub mit einem sehr guten Essen und einigen irgendwie vergessenen „Anlegern“ und „Ablegern“auf der Terrasse des griechischen Restaurants in Zeuthen. Am Samstagmorgen übergeben wir unseren „Goldfisch“ wieder und machen uns doch etwas wehmütig auf den Heimweg an die Küste. Für das nächste Jahr planen wir natürlich wieder eine Woche Bootsurlaub ein.
Information und Buchung:
Kuhnle-Tours GmbH
info@kuhnle-tours.de
www.kuhnle-tours.de
Törnplanung im Internet: tour.aquasirius.de