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Naturerlebnisse vor den Toren Berlins

Wie ein Trio den Indian Summer in Brandenburg entdeckt

Indian Summer: Das ist das lebhafte Farbenspiel der Wälder. Vorzugsweise in orangerot. Das ist blauer Himmel. Das ist ruhiges, warmes, dunstiges Herbstwetter. Dieses Naturschauspiel vom Wasser aus im Oktober zu erleben ist ideal. Wasserflächen gleichen Spiegeln, wo wenige Schiffe ihre Spuren ziehen. Wasservögel grüßen vom Ufer aus. Der seltene Eisvogel zieht seine Flugbahn voraus. Keine Wartezeiten vor Schleusen. Einzig Gegenschleusungen oder das Ziehen des Anforderungsschalters vor Selbstbedienungsschleusen bedingen Zwischenstopps. Gastliegeplätze? Kein Problem. Für solch eine Bootstour buche ich führerscheinfreie Frau bei Yachtcharter Römer in Berlin eine Linssen 38 SC und nehme meinen besten Freund, Inhaber eines Sportbootführerscheins, mit.

Leinen los in Berlin-Köpenick

Dazu finden wir uns am Aparthotel an der Spree ein. Die Vier-Sterne-Anlage mit Gelber Welle wirbt mit „Legen Sie bei uns an!“ Wir legen ab und werden gründlich mit unserem Zuhausefür die nächsten Tage vertraut gemacht: Ein schmucke, komplett und komfortabel ausgestattete Yacht namens „Seahorse 7“. Danach geht’s los. Ohne Hektik und Termine. Die Köpenicker Altstadt zeigt sich uns in satter Nachmittagssonne. Mit ihr drehen wir nach Süden ab. Zu ihrem Orange begleitet uns eine weitere Farbe auf unserer Indian-Summer-Tour. Das Gelb der Welle, dass zum Anlegen einlädt. So entscheiden wir uns nach einem augenscheinlichen Check-up der Möglichkeiten für den Kopfsteg des Segelclubs Brise. Wir sind willkommen. Welch gute Entscheidung. Informationen: www.sc-brise.de


Unterwegs im Dahmeseenland

Der für den Herbst typische Morgennebel zwingt uns zu einem ausgedehnten Frühstück. Am Vormittag können wir starten. Unser Ziel ist Bad Saarow am Scharmützelsee. Unter Berücksichtigung der Fahrzeit planen wir zwei Tage. Es ist warm, aber grau, und das bleibt so. Dennoch wählen wir für die gesamte Tour den Außersteuerstand. Da ist die Sicht hervorragend. Auf dem Zeuthener See passieren wie die Landesgrenze von Berlin nach Brandenburg und später unsere erste Schleuse Neue Mühle. Es wackelt, passt, hat Luft und einen hilfsbereiten Schleusenwärter. Wir staunen nicht schlecht: Am Ufer reiht sich ein Traumhaus an das andere. Das sich zu färben beginnende Laub strahlt sie selbst bei trübem Himmel an und lässt die Häuser leuchten. Unsere zwei Augenpaare sind gefordert, denn es ist von nun an aufmerksames Wasserkartenlesen und umsichtiges Fahren zwischen roten und grünen Tonnen angesagt. Jenseits davon ist es schon mal unter einem Meter flach. Hinter der Dahmebrücke in Dolgenbrodt entdecken wir Backbord das schilfdachgedeckte Restaurant „Fährhaus“. In der benachbarten Jacko-Werft finden wir einen Liegeplatz für die Nacht. Wir inspizieren die Gegend und kehren hungrig im
„Fährhaus“ ein. Für meinen in Bayern lebenden Kapitän ist es fast wie Zuhause: In Brandenburg gibt es bayrisches Bier. Die Küche dagegen offeriert regionale und saisonale Köstlichkeiten: Wir wählen eine herbstliche Kürbissuppe und einheimisches Zanderfilet an Wirsinggemüse: Welch Genuss!
Informationen: wwww.faehrhaus-dolgenbrodt.de


Ferienregion Scharmützelsee

Wir kommen. Es ist Wochenende. Die Sonne scheint, verwöhnt uns zwei Tage. Das Wetter lockt einige Bootsfahrer und Angler mehr aufs Wasser. Die Storkower und Teupitzer Gewässer sind Charterscheinreviere. Auf dem Wolziger See darf ich ans Steuer. Ich übe Bootfahren. Für das Mann-Über-Bord-Manöver schlagen sich ein Fender und ich tapfer – alle werden gerettet. Wir passieren die Selbstbedienungsschleusen Kummersdorf, Storkow mit kombinierter Zugbrücke und Wendisch Rietz. Der Storkower Kanal fließt durch das deutsche Örtchen Philadelphia. Eine Straßenbrücke verbindet seine Ortsteile übers Wasser. Die aktuelle Durchfahrtshöhe liest man vor jeder Brückenseite von einem im Wasser stehenden Pegel ab. Generell sind auf dieser Tour auch die Brückendurchfahrtshöhen genau zu beachten. Als wir am Nachmittag den Sportboothafen Freilichtbühne in Bad Saarow erreichen, ist dort alles frei und licht. Der Hafenmeister ist täglich 9:30 und 16 Uhr vor Ort. Wir haben Glück. Zudem steht seine Telefonnummer auch auf einer Infotafel am Steg. Im Zentrum von Bad Saarow können Wassertouristen zwischen drei Häfen der SaarowMarina wählen. Die Seepromenade des Kurortes lädt zum Flanieren ein. Empfehlenswert ist ein Besuch der SaarowTherme mit Thermalsole, Saunalandschaft und Wellnessangeboten. Auch die Gastronomielandschaft des Ortes ist vielfältig. Uns fasziniert das Farbenspiel des Laubes der sonnenüberfluteten Parklandschaft am Seeufer – Indian Summer in seiner schönsten Art. Informationen: www.bad-saarow.de


Naturparadies Teupitzer Gewässer

Die Sonne löst den Morgennebel auf. Dieser Herbstsonntag wird warm, die Luft ist klar, der Fahrtwind frisch. Unser Ziel ist Teupitz im brandenburgischen Schenkenländchen. Wir bummeln mit acht Stundenkilometern über die verträumten Teupitzer Gewässer mit neun Seen, schmalen Fließen und markierten Wasserwegen wegen flacher wie enger Stellen. Bei Begegnungen ist auf Schallsignale zu achten. Es bleibt ruhig, wir sind unter uns. Im Hafen Teupitz werden wir freundlich empfangen. Nachdem wir fest vertäut liegen, genießen wir die untergehende glutrote Sonne am Horizont. Davor wabbern zart rosa getönte Nebelschwaden. Zeit zum Abendessen. Wir wählen das Hotel- Restaurant „Schenk von Landsberg“ mit leckerer deutscher Küche und interessanter Geschichte. Hafenmeister Kaubisch rät uns am nächsten Morgen „Legt fünf nach um hier ab. Dann schafft ihr die Passage der Zugbrücke auf dem Kanal bei Groß Köris. Sie öffnet immer zur vollen Stunde.“ Wir schaffen es.
Informationen: www.dahme-schifffahrt-teupitz.de,www.schenkvonlandsberg.de


Geheimtipp Zernsdorfer Lanke

In der Region Dahme-Heide-Seen machen wir einen Abstecher auf die Zernsdorfer Lanke. An ihrem nordöstlichen Zipfel in Kablow-Ziegelei liegt der Kapitäns-Klub „Zur schönen Aussicht“ von Norbert und Christine Gisder mit Gastliegeplätzen, Restaurant/Biergarten, Massage-Praxis/Sauna und Gästekoje. Dieser Klub bietet in privater Atmosphäre auch Konzerte, Lesungen, Kurse und nicht zuletzt eine gut sortierte Bücherstube sowie maritime Nautiquitäten. Schon von weitem gut sichtbar weist uns ein gelbes Banner den Platz zum Anlegen. Norbert und Christine begrüßen uns herzlich. Ihre drei Kinder mittenmang. Zusammen verbringen wir auf der Veranda und am Kamin des Kapitäns-Klubs einen wundervollen Abend. Dabei verwöhnt uns der Hausherr kulinarisch.
Informationen: www.kapitaens-klub-gisder.com

Indian-Summer in Brandenburg: Jeden Tag Farben, Natur und Muße. Ich könnte mich daran gewöhnen, wenn das Geld von der Bank käme. Und was sagt mein Freund, der in Bayern lebende Westfale zu dieser Entdeckungstour? „Das ist ja unglaublich! So viel Einsamkeit und Idylle. Und dazu vor den Toren Berlins! Wenn das die Bayern und Westfalen wüssten!“

Yachtcharter Römer hat eine Flotte von mehr als 30 modernen Motoryachten, die entsprechend des Reviers ohne und mit Führerschein fahrbar sind. Da findet jeder ein Schiff für seinen Urlaub. Zum Beispiel auch für Einwegfahrten zwischen Berlin und der Müritz. An ihr Südufer nach Buchholz lockt das einzigartige Angebot „Boot & Bett“, wo sich in der Ferienanlage „Gästehaus Müritzsee“ Boots- und Landurlaub kombinieren lassen.
Informationen: www.yachtcharter-roemer.de
www.gaestehaus-mueritzsee.de
Törnplanung im Internet: tour.aquasirius.de

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